Folge 12: Darstellung von Flucht und Migration in der Presse

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00:00:10: Ich will euch heute vom Papst Leo.

00:00:13: Papst Leo hat nämlich vor kurzem am vierten Juli die Insel Lampedusa besucht, das ist eine zu Italien gehörende Insel weit draußen im Mittelmeer und ihr werdet da bestimmt schon mal in Zusammenhang mit Flucht und Migration von gehört haben Denn sieben von zehn Migrantinnen oder Migranten, die Italien erreichen betreten dort zuerst italienischen Boden.

00:01:51: Eigentlich hätte der Papst in diesen Tagen in den USA sein sollen denn ihm sollte dort eine Freiheitsmedaille verlehen werden doch die interessierte ihn nicht und genauso wenig wie die Teilnahme an den Feiern zur amerikanischen Unabhängigkeit.

00:02:08: er wollte lieber Zeichen für die Verantwortung gegenüber den Schwachen dieser Welt setzen.

00:02:15: Schon seit Wochen spreche er bei seinen Reisen über Migration, wird eine Missionaren zitiert.

00:02:22: Dann beim Gottesdienst auf Lampedusa tragen auch viele Menschen ein T-Shirt mit dem Bibelzitat Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen!

00:02:31: Denn der Papst erinnert in seiner Predigt an die unzähligen Toten im Mittelmeer Nach Angaben des NHCR waren das übrigens im Jahr die ein besseres Leben suchten und jetzt am Meeresboden liegen.

00:02:48: Der Papst ruft Europa auf, natürlich müsse es Nothilfe für die Menschen in Seenot leisten aber das auch mit einem langfristigen strategischen Plan verbinden so dass Europa in der Lage sei Migranten aufzunehmen zu schützen zu fördern zu integrieren Und der Plan soll zugleich eine Entwicklung in den Herkunftsländern begünstigen, damit niemand zur Auswanderung gezwungen sei.

00:03:15: Der Papst kritisiert diejenigen, die so wörtlich Vorurteile und Verachtung schüren.

00:03:22: Er verurteilt die Gleichgültigkeit jener, die glauben," dass uns diese Probleme nichts

00:03:30: angehen.".

00:03:30: gerade in brutaler Einigkeit von den europäischen Regierungschefs umgesetzt wird.

00:03:34: Man mag zur katholischen Kirche stehen wie man will, ich finde es jedenfalls wohltun dass es überhaupt noch jemand gibt dessen Worte Gewicht haben und der Öffentlich-Menschlichkeit und Solidarisches Handeln einfordert.

00:03:55: Es wäre eigentlich schön wenn sich diejenigen in der CDU für die das christliche C überhaupt noch eine Bedeutung hat daran ein Beispiel nehmen.

00:04:05: Wir können an dieser Stelle auch noch kurz auf eine Petition der Seebrücke in Mörs hinweisen.

00:04:11: Die Unserzeichnenden fordern, in dieser Petition von der Bundesregierung Menschenleben retten ist Pflicht.

00:04:19: staatliche finanzielle Unterstützung dafür ist Gebot.

00:04:22: Wenn ihr mitmachen wollt gebt einfach in einer Suchmaschine die Begriffe We Act Sebrücke ein dann kommt die Petition sofort.

00:04:44: Ja, du bist gedanklich in Deutschland unterwegs.

00:04:46: Hab ich gehört?

00:04:46: Erzähl!

00:04:47: Danke Elisa.

00:04:47: schon irgendwie ermutigend zu sehen dass es doch noch viele Menschen in der Gesellschaft sind ja die dazu beitragen wollen.

00:09:37: das ist nicht normal wird sich so zu verhalten und so zu sprechen wie AfD-Mitglieder das tun.

00:09:50: Dann kommen wir jetzt zum unserem Thema des Tags.

00:09:54: Das wird ein bisschen ausführlicher und wird auch erstmal einen gewissen Lokalbezug haben.

00:10:00: Wir sind ja die Kölner Lokalgruppe der Seebrücke, uns ist eine Artikel-Serie in der Kölners Presse nämlich dem größten Kölneprintmedium, dem Költer Stadtanzeiger aufgefallen, die wir uns ein bisschen genauer angucken wollen.

00:10:17: es geht da um die Darstellung von Flucht Und anhand derer stellt sich uns die Frage, welche Rolle spielt die größte Kölner Tageszeitung bei der Darstellung von Flucht und Migration bzw.

00:10:32: welche Rolle möchte sie offensichtlich spielen?

00:11:33: Und wenn man alle diese Artikel gelegt einem der Eindruck aufdrängen es würden hier viel zu viele Menschen mit Duldung leben, die kriminell sein und somit eine Bedrohung für die Gesellschaft.

00:11:41: Sie würden den Staat finanziell ausnehmen und es wäre ein Skandal, dass sie nicht aus Deutschland entfernt werden.

00:11:50: Wer jetzt denkt, das ist doch die Programmatik der AfD?

00:11:59: Bei genauerer Betrachtung ist mir auch klar geworden, dass die beiden Journalisten hier die gleiche Stimmungsmache betreiben wie die AfD es tut.

00:12:06: aber bei der morgendlichen Zeitungslektüre war mir das zuerst gar nicht richtig aufgefallen.

00:12:11: da war so ein gewisses Unbehagen.

00:12:13: nach der Lektüre der jeweiligen Artikel gehen wir mal drüber hinweg.

00:12:17: Aber dann kam das Thema immer wieder so, in dem Sinne stehter Tropfen höht den Stein.

00:12:27: Wie die beiden Journalisten es schaffen diese Stimmungsmache zu betreiben werden wir sie erst analysieren und im zweiten Teil sprechen wir mit einem Journalist über die Frage wie Medien es auch anders machen könnten Man soll sich auf jeden Fall irgendwann merken können.

00:14:10: Die Aufenthaltsgeschichte des Mannes wird in jedem Artikel wiederholt und Unverständnis darüber geäußert, dass keine Abschiebung erfolge.

00:14:19: Sondern der Status der Duldung seit Jahren immer wieder verlängert werden.

00:14:24: Es erfolgten seitens des Kölner Stadtanzeigers Anfragen an die Ausländerbehörde und an die Pressestelle der Stadt Köln Und alle Fachstellen antworteten ähnlich nämlich dass die Verlängerung des geduldeten Aufenthalts auf Basis geltenden Rechts erfolge.

00:14:41: Aber die Wortwoll der beiden Journalisten legt in etlichen Artikeln ein deutliches Misstrauen gegenüber den Behörden nahe, man habe mehr Fachanfragen müssen.

00:14:51: Antworten der Fachstellen werden als Lapida oder als Nichtsagen bezeichnet.

00:14:57: Ein Fachanwalt für Verwaltungsrecht wird zitiert mit der Aussage Zitat Um sich Ärger zu ersparen, habe man die Duldungen einfach weiterlaufen lassen.

00:15:08: Und der FDP-Fraktionsgeschäftsführer im Kölner Rat Ulrich Breite wird mit der Forderung zitiert hinsehen statt wegsehen.

00:15:16: und in der Summe dieser ganzen Äußerungen finden wir wird den Behörden ein absichtliches Nichthandeln unterstellt und dass es rechtliche Grundlagen gibt auf die die städtischen Stellen immer wieder hinweisen.

00:15:28: das wird einfach ignoriert.

00:15:32: Sie und ihr könntet natürlich jetzt einwenden, natürlich sei es Aufgabe der Medienbehörden kritisch auf den Zahn zu fühlen.

00:15:39: Ja, finden wir auch!

00:15:41: Doch es geht um die Art und Weise wie hier vorgegangen wird und für uns deut das eher darauf hin dass ein politisches Interesse an der Ausweisung unliebsamer Menschen hier übergeltendes Recht gestellt werden soll.

00:15:52: Insgesamt wird auch immer wieder schon in den Überschriften Und immer wieder kommt so zwischen den Zeilen durch, dass das deutsche Asyl- und Ausländerrecht nicht in der Lage sei den eigentlichen Bedürfnissen der Gesellschaft nach Entfernung unerwünschter Menschen nachzukommen.

00:17:34: Während da seitens der Zeitung Behördenversagen postuliert wird, sehen wir das Versagen an ganz anderer Stelle – nämlich dass es der Gesellschaft nicht gelingt einen Menschen von krimineller Lebensführung abzubringen.

00:17:53: Das muss doch das Ziel sein und nicht ihn einfach loszuwerden!

00:17:57: Wie wahrscheinlich ist es, dass diese Person in ihrem Geburtsland weniger Straftaten begeht?

00:18:07: Wie wahrscheinlich ist es, dass die Kinder in einem für sie ganz unbekannten Land einen sinnvollen Lebensweg einschlagen?

00:18:16: Oder geht das hier wirklich nur darum, dass wir Deutsche nicht von kriminellen Taten belästigt oder bedroht werden.

00:18:24: Aber für die Mitmenschen im Herkunftsland der Person ist das wohl egal.

00:18:29: Natürlich vor Aufnahme dieser Sendung den Können geschrieben mit der Bitte um Stellungnahme zu dieser Artikel-Serie doch da haben wir nie eine Antwort.

00:18:35: In der ersten Kategorie dieses Podcastes hatte ich über die Worte des Papstes gesprochen, Das heißt, du greist jetzt schon viel auf was in diesen Artikeln genau nicht passt.

00:18:44: Ich denke auch man hätte über die Kinder sprechen können, die garantiert in Deutschland eine Integrationschance haben und darüber etwas getan werden muss damit sie hier erfolgreich sein können.

00:21:26: Man hätte auch eine Beratungsstelle befragen können zum Thema Duldungserteilung durchaus auch über die kritischen Aspekte von Flucht und Migration berichten würdest.

00:22:05: Was würdest du sagen, woran sollte man sich da auf jeden Fall halten um das fair und ausgewogen rüberzubringen?

00:22:14: Ich habe mir mal den sogenannten Kontakt des Kölner Stadtanzeigers angeschaut.

00:23:05: sehr weit oben Zitrat wir achten die Menschenrechte Persönlichkeitsrechte Und Würde unserer Mitarbeitenden und aller Dritter.

00:23:16: Das heißt dritte sind natürlich die Menschen und du sprichst da genau in unserem Sinne, das Thema Empathie kommt einfach aktuell in der gesellschaftlichen Situation komplett zu kurz wenn es um Geflüchtete geht.

00:24:23: Und wie auch ja schon die Studie von der Bundeszentrale für politische Bildung, die jetzt Anfang dieses Jahres erst rausgekommen ist wieder bestätigt hat dass über Migrierende ganz überwiegend im Kontext von Kriminalität berichtet dem bewussten Ziel unterstelle ich mal ein negatives Bild zu schaffen.

00:26:31: Die Menschen leben ja dann auch wieder in einer dieser Gesellschaft, das scheint für deutsche Vorkommen irrelevant zu.

00:26:55: Ich würde da eben zum negativen Journalismus gesagt haben mit einem Zitat Mitarbeiterin der Frankfurter Rundschau Kommentar von Sylvia Bielert Die seit nämlich die Regierung muss aufhören Menschen anderer Herkunft als Tätergruppe zu diffamieren, derer wir uns erwehren müssen.

00:29:14: Es wird Zeit den Bürgerinnen und Bürgern ein positives Bild von einer pluralistischen Gesellschaft aufzuzeigen, die es zu erreichen gilt Und das denke ich Das wäre ein ganz anderes Ziel von Journalismus um die sich wandelnde Gesellschaft hier zu begleiten Einfach positive Entwicklungen mit anzustoßen.

00:29:39: Es war sehr schön, was du gesagt hättest welche Herkunft dicken und da wünschen wir uns als Menschen aber natürlich auch als Mitglieder der Seebrück dass unsere Kölner Presse da im positiven Sinne mitwirkt.

00:33:47: Hörerinnen und Hörern wenn ihr Journalist wisst ihr welches von Rapper uns wünschten wird?

00:34:23: Wir sehr herzlich für den Artikel des Stadt an das Eingang finden Heute und auch wahrscheinlich in den nächsten Podcast-Folgen immer mal wieder mit dem neuen GEAS Gesetz belästigen, weil das ja doch einige Veränderungen – man kann es deutlich sagen fast nur Verschlechterungen bringt.

00:36:08: Und es sicher gut ist darüber Bescheid zu wissen!

00:36:11: In dieses Grenzverfahren kommen Personen aus Herkunftsländern, wo in den letzten Jahren berechnet wurde Aus diesen Ländern Asylanträge nur zu weniger als zwanzig Prozent anerkannt.

00:36:25: Das heißt, man nimmt an die Person aus diesem Herkunftsland hat sowieso nur geringe Chancen Asyl zu behalten und dann will man sie gar nicht erst ins Land lassen sondern Sie muss das ganze Asylverfahren in so einem Grenzverfahren durchlaufen.

00:36:47: Das ist ziemlich verheerend, denn davon sind Menschen aus zahlreichen Herkunftsländern vollkommen unabhängig von ihrer persönlichen Fluchtgeschichte betroffen.

00:36:58: Und darunter sind auch Länder die in den letzten Jahren immer wieder zu den Hauptherkunftsländern von Asylsuchenden in Europa gehört haben – nämlich zum Beispiel Herkunzländer Irak, Russland und die Türkei.

00:37:13: Alle drei diese Länder liegen bei der Anerkennung unter der Schwelle von zwanzig Prozent und die Menschen müssen deshalb in dieses Grenzverfahren.

00:39:34: Mit all diesen vielen Infos verabschieden wir uns für heute und sagen bis zum nächsten Mal!

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